Uns muss die Zukunft der Landwirte umtreiben

Bauernkundgebung zum Kalten Markt in Ellwangen

Grußwort bei der Bauernkundgebung zum Kalten Markt in Ellwangen
Grußwort bei der Bauernkundgebung zum Kalten Markt in Ellwangen
Der Kalte Markt ist immer ein Highlight im Ellwanger Kalender, zu dem, wie das Kuttelnessen auch die Bauernkundgebung gehört. Heute durfte ich dort vor Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein Grußwort in der vollen Stadthalle halten.

 

Nach der Forstreform zum 1. Januar 2020 gibt es einen neuen Staatsforstbezirk Ellwanger Berge/Virngrund. Dieser Bezirk umfasst ziemlich exakt jenen Bereich der sogenannten Forsturkunde von 1024. Dieser Wald ist also noch immer da, auch weil die Bauern dieser Region es verstehen darauf aufzupassen und in die Zukunft zu führen.

Neben sozialen und ökonomischen, haben wir heute große ökologische Herausforderungen zu bewältigen. Wir müssen den Arten- und Klimaschutz genauso engagiert angehen, wie wir es vor 25 Jahren bei den verschmutzten Flüssen getan haben. Heute sind diese Flüsse Badegewässer!

Beim Artenschutz müssen alle mitmachen! Die Landwirtschaft ist nicht erpicht darauf Pflanzenschutzmittel zu spritzen, da diese teuer sind. Es müssen neue Wege gegangen werden und die Forschung muss unabhängiger von der Wirtschaft werden.

Uns muss umtreiben, welche Zukunftsperspektiven unsere Landwirtschaft hat. Was nicht funktionieren wird, egal ob Bio oder Konventionell, ist:

dass der Landwirt 7 Tage buckelt,
die Frau kostenlos mithilft,
die Kinder ab 9 Jahren ebenfalls,
auch Oma und Opa,
kein Urlaub,
Sonntag ist Bürokratietag,
und dann ein Rentenniveau unter Mindestsatz.

Landwirte möchten aber an unserer Gesellschaft teilhaben. Die Auflagen und Zukunftsprogramme führen aber zu immer weniger Planbarkeit, deshalb ist es gut, dass die Landwirtschaft seit Monaten auf ihre Anliegen hinweist.
Wir brauchen jetzt Lösungen und müssen zu Kompromissen bereit sein!

Der bayrische Ministerpräsident Söder hat vorgeschlagen, dass Landwirte bei bestehender Betriebsstruktur, Humusaufbau betreiben. Dieser trägt massiv zur CO2-Neutralität bei. Dafür müssten die Landwirte aber einen fairen CO2-Preis erhalten.

Das kann über die geplante Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg funktionieren.

Die Idee: Kommunen, Firmen und Privatleute, die sich CO2-neutral stellen wollen, zahlen in diese Stiftung ein. Die Stiftung investiert dieses Geld in Projekte zur CO2-Senkung direkt bei uns im Land.
Das kann ein nachhaltiges Modell werden.

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