CDU will „Vertragverlängerung“

Ipf- und Jagstzeitung


ELLWANGEN / SZ Beim Neujahrsempfang der CDU-Ostalb haben sich die Abgeordneten Winfried Mack und Roderich Kiesewetter kämpferisch für den Landtagswahlkampf gezeigt. Der Gmünder Abgeordnete Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold blieb hingegen brav. Gastgeber Ulrich Betzold, Chef des Versandunternehmens, kündigte einen weiteren Neubau an, um sein Unternehmen im Ellwanger Industriegebiet zusammenzulegen.

Von Claus Liesegang

Die CDU des Ostalbkreises hat sich gestern richtig gefreut. Dazu gab es vielfachen Anlass. Wo es ihn nicht gab, feierte sich die Partei trotzdem. Einer der freudigen Anlässe war die Anwesenheit von Georg Brunnhuber. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete war nach mehrfacher schwerer Krankheit zurück auf dem Politparkett.

Dass Brunnhuber wie auch die Europa- und Bundestagsabgeordneten Inge Grässle und Roderich Kiesewetter beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU nicht fehlten, zeigt wie wichtig die Partei den Kampf um die Landtagswahl nimmt. In diesem plagt sie nämlich nicht nur die Sorge, dass Ministerpräsident Stefan Mappus bei vielen im Zusammenhang mit Stuttgart 21 Sympathien eingebüßt hat. Landtagsabgeordneter Winfried Mack gab sich trotzdem optimistisch: Mappus habe das Zeug, ein Land zu regieren, und er sei verlässlich.

Die CDU sorgt sich offenbar auch darum, dass ihre eigenen Wähler möglicherweise der angeschlagenen FDP aus der Patsche helfen wollen und am 27. März politisch fremdgehen. Vehement appellierten Kiesewetter und Mack deshalb dafür, die Stimmen bei der CDU zu lassen. Kiesewetter berichtete gar aus einem persönlichen Gespräch mit Guido Westerwelle in der vergangenen Woche, in dem ihm der Außenminister gesagt habe, er sei fest davon überzeugt, dass die FDP in Baden-Württemberg ein zweistelliges Ergebnis erzielen werde, weil er mit Stimmen von CDU-Wählern rechne. Er habe dem Außenminister sodann erklärt, die CDU habe keine Stimmen zu verleihen.

Begeistert und selbstbewusst gaben sich die Redner bezüglich des wirtschaftlichen Aufschwungs. Freilich sei dies vorwiegend der Verdienst „der fleißigen Menschen in diesem Land und der mutigen Unternehmer“, sagte Kreisvorsitzender Norbert Barthle. „Aber die Politik kann auch nicht alles falsch gemacht haben.“ Ohne sich zurückzulehnen dürfe sich die CDU darüber freuen.
Arbeitnehmern und Unternehmern dankte auch Mack. Sie sorgten dafür, dass das Land und der ländliche Raum so gut dastünden. 25 Prozent aller Investitionen in Deutschland, würden in Baden-Württemberg investiert. Die Jugendarbeitslosigkeit liege mit 2,5 Prozent nirgendwo in Europa so niedrig wie in Baden-Württemberg. Mack sagte wörtlich: „Wir sind der Motor in Deutschland und Europa.“ Wegen dieser guten Leistungsbilanz bitte die CDU die Wähler „um Vetragsverlängerung“. Deutlich braver als seine Abgeordnetenkollegen plädierte Staatssekretär Stefan Scheffold aus Schwäbisch Gmünd für Werte- und Eurostabilität aber gegen einen Ausbau des Euro-Rettungsschirms.

Unisono und wenig überraschend kritisierten alle Redner die politischen Gegner als „Dagegen-Partei“ (Grüne), „Hü-Hott-Partei“ (SPD) und „Kommunisten“ (Linke). Einzig Kiesewetter war etwas kreativer. Grüne, SPD und Linke machten Casino-Politik, sagte er und meinte, die Finanzpolitik der Opposition habe etwas von Roulette.
 

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