Rettung: Ostalb will eigenen Hubschrauber

Schwäbische Zeitung

Regionalpolitiker machen sich für Standort in Ellwangen stark – AOK sieht keinen Bedarf

Von Bernhard Hampp

Ostalbkreis / Im bayerischen Ries kochen die Emotionen hoch. Zankapfel ist die Frage, wo ein neuer Rettungshubschrauber stationiert werden soll. Nachdem sich die bayerische Staatsregierung für Augsburg und gegen Donauwörth als Standort ausgesprochen hat, fürchten Bürger aus dem westlichen Bayern, das Nachsehen zu haben: Der Hubschrauber werde von Augsburg aus zu lange brauchen, um Notfälle in Nördlingen oder Dinkelsbühl angemessen zu versorgen.

Bei einer Großdemonstration in Nördlingen kam nun die Idee eines Rettungshubschraubers auf der Ostalb zur Sprache. Dieser könnte über die Landesgrenzen hinweg eingesetzt werden und weiße Flecken auf der Rettungs-Landkarte füllen. Bisher wird die Ostalb von Rettungshubschraubern versorgt, die in Ulm, Nürnberg, Ochsenfurt und Ludwigsburg stationiert sind. Für den Landtagsabgeordneten Winfried Mack (CDU) ist das „nah, aber doch zu weit“. Er selbst sei seit einigen Wochen mit bayerischen und baden-württembergischen Politikern im intensiven Gespräch, um einen Hubschrauber-Standort im Altkreis Aalen zu erreichen: Konkret habe er mit Ministerpräsident Stefan Mappus und Sozialministerin Monika Stolz sowie auf bayerischer Seite Innenminister Joachim Herrmann und CSU-Fraktionsvorsitzenden Georg Schmid gesprochen. „Außer Augsburg wird es in Bayerisch-Schwaben keinen zweiten Standort geben, aber in Baden-Württemberg wäre einer möglich“, sagt Mack. Wo genau der Rettungshubschrauber starten und landen soll, lässt der Abgeordnete offen.

Macks Landtagskollegin, die SPD-Abgeordnete und Gesundheitsexpertin Ulla Haußmann, hat dagegen eine klare Präferenz: „Der Hubschrauber muss nach Ellwangen kommen“, fordert sie. In der Tat gibt es seit längerem Überlegungen, die Einrichtungen der Ellwanger Reinhardt-Kaserne als Standort für einen Rettungshubschrauber zu nutzen. „Wir sind seit längerem mit dem Landkreis Donau-Ries in Kontakt “, betont Landrat Klaus Pavel. Auch er macht sich Hoffnungen auf den Hubschrauber-Standort auf der Ostalb: „Es wäre ein interessante Konstellation, wenn die Landkreise entlang der Grenze gemeinsame Sachen machen könnten.“

Kostenträger müssten zahlen

Beraten und entschieden wird über die Stationierung im Landesausschuss für den Rettungsdienst. In ihm sind außer dem Sozialministerium auch die Leistungsträger, also die Rettungsdienste, und die Kostenträger, also die Krankenkassen, vertreten. „Zahlen müssten den Hubschraubereinsatz die Kostenträger“, sagt Marion Deiß, Pressesprecherin im Sozialministerium.

„Wir müssen das vor allem mit den Krankenkassen besprechen“, betont deshalb auch Winfried Mack, der noch einen „mühsamen Weg“ vor sich sieht. In der Tat dürfte von den Kassen, die den Hubschraubereinsatz letztlich bezahlen müssen, Widerstand kommen. Jörg Hempel, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, hält einen zusätzlichen in der Region stationierten Hubschrauber für unnötig. „Das ist nicht zufriedenstellend für uns“, sagt Mack über die ablehnenden Aussagen Hempels, allerdings müssten die Entscheidung die Kassen auf Landesebene treffen.

 

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