Abgeordnete Roderich Kiesewetter MdB und Winfried Mack MdL: „Bahnstrecke zwischen Goldshöfe und Crailsheim muss ertüchtigt werden“

„Zwischen Stuttgart und Nürnberg darf es auf der Bahn keinen Flaschenhals geben“

Die Abgeordneten Roderich Kiesewetter MdB und Winfried Mack MdL setzen sich weiter für den Ausbau der Remsbahn und der Bahnstrecke Aalen – Ellwangen – Crailsheim ein. Im Hinblick auf den Plan „Deutschland-Takt 2030“, der derzeit erstellt wird und mithilfe dessen die Passagierzahlen auf der Schiene binnen zehn Jahren verdoppelt werden sollen, fordern beide Abgeordnete eine bessere Berücksichtigung der Strecke Ellwangen – Crailsheim und warnen: „Zwischen Stuttgart und Nürnberg darf es keinen Flaschenhals zwischen Ellwangen und Crailsheim geben.“ 

Im bisherigen Entwurf für den „Deutschland-Takt“ ist die Strecke Ellwangen – Crailsheim nur für einen zweistündlichen Fernverkehrszug und einen zweistündlichen Regionalzug vorgesehen (https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/Schiene/netzgrafik-fernverkehr-bw-gutachten-2.pdf?__blob=publicationFile). Dies sei lediglich der Status quo. „Wir fordern für die Obere Jagstbahn eine Perspektive“, so Roderich Kiesewetter und Winfried Mack.  

Deshalb wenden sich die beiden Wahlkreisabgeordneten mit einem Brief an den Ministerialdirektor des Stuttgarter Verkehrsministeriums sowie an den Regionalverband, an Landrat Pavel als Vorsitzendem des „Interessenverbands Schienenkorridor Stuttgart – Nürnberg“ und die betroffenen Landräte.

In dem Brief heißt es unter anderem: „Am 19. Dezember 2018 hat auf Einladung von Herrn Ministerialdirektor Dr. Lahl in Stuttgart eine Besprechung zur Ertüchtigung der Bahnstrecke Stuttgart – Aalen – Nürnberg über Mittel aus dem Bundes-GVFG stattgefunden. Dankenswerterweise haben es Landrat Pavel und die betroffenen Landräte sowie das Verkehrsministerium übernommen, die notwendigen Schritte in die Wege leiten.

Für Anfang 2020 ist der finale Gutachterentwurf für den Deutschland-Takt vorgesehen. Sein Realisierungshorizont umfasst sämtliche Projekte des Bundesverkehrs-wegeplans 2030, aber auch die zusätzlichen, für den optimierten Taktfahrplan notwendigen Infrastrukturmaßnahmen.

Gute Verbindungen nach Nürnberg sind für Baden-Württemberg und Ostwürttemberg entscheidend, weil in Nürnberg beste Anschlüsse Richtung Berlin, Leipzig, Wien und Prag existieren. Die Visegrád-Staaten sind inzwischen der größte Handelspartner Baden-Württembergs.

Für Betriebe in Ostwürttemberg wie die Carl Zeiss AG Oberkochen, die auch Standorte in Jena und am KIT Karlsruhe betreibt, sind Verbindungen nach Ostdeutschland und nach Karlsruhe besonders wichtig. Nur über einen Stundentakt im Fernverkehr oder schnellen Regionalverkehr auch zwischen Aalen über Crailsheim nach Nürnberg bekommt der stündlich vorgesehene IRE von Ulm über Heidenheim und Oberkochen nach Aalen einen durchgängigen Anschluss in Aalen nach Nürnberg. In Ellwangen sind bedeutende und stark wachsende Tochtergesellschaften der EnBW Karlsruhe angesiedelt. Ebenso befindet sich in Ellwangen der Hauptsitz der Varta AG, die zusammen mit dem KIT Karlsruhe und dem ZSW Ulm das „Batterienetzwerk Süddeutschland“ bildet.

Seit die Schnellbahnstrecke Nürnberg – Erfurt fertiggestellt ist, dauert die Fahrt von Stuttgart über Aalen und Nürnberg nach Berlin nicht länger als über die ICE-Strecke über Mannheim – Frankfurt – Erfurt, obwohl bei der Strecke über Aalen und Nürnberg heute in Nürnberg ein rund 40-minütiger Aufenthalt besteht.

Im momentanen Entwurf des Deutschland-Takts ist auf der 21 km langen eingleisigen Strecke zwischen Ellwangen und Crailsheim nur ein zweistündlicher Fernverkehr und nur ein zweistündlicher Nahverkehr vorgesehen. Dies entspricht nicht einmal dem sog. „Landesstandard“ im Nahverkehr. Zwischen Stuttgart und Nürnberg darf es keinen Flaschenhals geben!

Wir sprechen uns ausdrücklich für einen Halbstundentakt im Fernverkehr bzw. schnellen Regionalverkehr im Schienenkorridor Stuttgart – Nürnberg im Wechsel über die Murr- und die Remsbahn aus, wie er im Moment verschiedentlich diskutiert wird. Wir fordern, diese Perspektive in den Deutschland-Takt aufzunehmen. Dies würde auch die Strecke Mannheim – Frankfurt – Erfurt entlasten.

Außerdem muss zwingend zwischen Goldshöfe und Crailsheim ein durchgängiger stündlicher Regionalverkehr bei den GVFG-Maßnahmen und im Deutschland-Takt geplant werden.

Wir bitten Sie herzlich, dass die Arbeiten für den GVFG-Antrag, der ja von Bund und Land gemeinsam initiiert wurde, so rechtzeitig abgeschlossen werden, dass seine Ziele in den finalen Entwurf des Deutschland-Takts übernommen werden können. Hierzu wäre es elementar wichtig, das geplante Gutachten zur Weiterentwicklung des Schienenkorridors Stuttgart-Nürnberg schnellstmöglich in Händen zu halten.“

Darüber hinaus regen die Abgeordneten Roderich Kiesewetter und Winfried Mack an, über die Verlängerung der neuen IRE Linie Karlsruhe – Stuttgart – Aalen bis nach Crailsheim nachzudenken. Dann hätte auch Ellwangen eine schnelle Verbindung nach Stuttgart bzw. Karlsruhe und Nürnberg im Stundentakt. Dies wäre bereits mit der bestehenden Infrastruktur möglich.

 

Nach oben