Wohnen und Bauen-Dialog bei Holzbau Höfer
Rund 60 Fachleute aus Bauwirtschaft, Handwerk und Kommunalpolitik folgten der Einladung der CDU zu einem Wohnen&Bauen-Dialog bei Holzbau Höfer in Aalen-Rauental. Die CDU-Kreis- und Ortsvorsitzende Heike Brucker begrüßte die Gäste und eröffnete die Veranstaltung mit Bauministerin Nicole Razavi MdL und dem Landtagsabgeordneten Winfried Mack MdL und betonte dabei die Bedeutung des Handwerks für die Region und besonders auch für Aalen – Rauental als Handwerker-Dorf sei dafür das beste Beispiel.
Beim Wohnen- & Bauen-Dialog. v.l. Winfried Mack MdL, CDU-Kreisvorsitzende Heike Brucker, Ministerin Nicole Razavi, CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast, Holzbau-Höfer-Chef Tobias Oehler und Ortsvorsteher Hartmut SchlipfOrtsvorsteher Hartmut Schlipf lobte zu Beginn Tobias Oehler für sein politisches und gesellschaftliches Engagement, z.B. als Ortschaftsrat oder als Ausrichter des Josefsfest.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die unter dem Motto „Mehr bauen, weniger bremsen“, stand der intensive Austausch über die aktuellen Herausforderungen im Wohnungsbau, den Bürokratieabbau und die Stärkung des Handwerks.
Bürokratieabbau und Investitionsanreize im Fokus
Tobias Oehler, Inhaber von Holzbau Höfer, schilderte aus der Praxis die zunehmenden Belastungen durch Bürokratie: „Bürokratie führt zu sinkender Produktivität. Wir haben inzwischen eine eigene Industrie, die mit Bürokratie Geld verdient.“ Zudem sprach er den Fachkräftemangel und die schwierige Unternehmensnachfolge an. Große Chancen sieht Oehler in Sanierungen im Bestand und in Aufstockungen bestehender Gebäude. Dafür brauche es jedoch verlässliche Förderprogramme und Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen: „Unternehmen müssen investieren, arbeiten und verdienen können. Man sollte Unternehmern mehr zutrauen. Die neue Landesbauordnung von Ministerin Razavi ist ein Schritt in die richtige Richtung.“
Ministerin Razavi: Wohnungsbau muss günstiger und einfacher werden
Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, betonte die Bedeutung des Mittelstands für Baden-Württemberg: „Sie machen Baden-Württemberg aus“, sagte sie mit Blick auf die Unternehmer vor Ort. Das Land sei stark geworden, weil Probleme gelöst und nicht nur verwaltet worden seien. „Vor dem Verteilen kommt das Erwirtschaften“, so Razavi.
Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes sprach sich die Ministerin für niedrigere Standards und einfachere Regelungen aus: „Haus-Sanierungen und Aufstockungen lohnen sich oft nicht – das muss günstiger werden.“ Im Doppelhaushalt stünden zwei Milliarden Euro für die Wohnraumförderung bereit. Sie plädierte zudem für weniger Misstrauen und mehr Zutrauen in Bauherren und Unternehmen sowie für steuerliche Erleichterungen, etwa eine Senkung der Grunderwerbsteuer auf 3,5 Prozent für den ersten selbstgenutzten Wohnraum.
Auch rechtliche Rahmenbedingungen müssten reformiert werden: „Ein einzelner Vogel darf nicht Baugebiete verhindern.“ Das Verbandsklagerecht und Bürgerentscheide in der Planaufstellung seien kritisch zu prüfen. „Lasst mal wieder alle fünfe gerade sein“, so Razavi mit Blick auf überzogene Vorschriften.
Winfried Mack: Handwerk ist Fundament des Wohlstands
Landtagsabgeordneter Winfried Mack unterstrich die Bedeutung des Handwerks für die Region: „Das Handwerk ist das Fundament für den Wohlstand unserer Region.“ Vorrang müsse der Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen haben. Bürokratieabbau bedeute zuerst auch, keine neuen Regelwerke zu schaffen. Zudem brauche es nicht nur akademische Abschlüsse, sondern auch gut ausgebildete Facharbeiter: „Wir brauchen nicht nur Master und Meister, sondern auch Gesellen“, so Winfried Mack.
Intensiver Austausch mit den Experten
Abschließend fand ein intensiver Austausch mit den anwesenden Fachleuten statt. Dabei wurden konkrete Vorschläge zur Beschleunigung von Bauverfahren, zur Stärkung des Handwerks und zur Förderung von Wohnungsbauprojekten diskutiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass verlässliche politische Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie entscheidend sind, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln.