Winfried Mack MdL

Landwirtschaft hat Zukunft: Norbert Lins MdEP zu Gast in Stödtlen

Klare Perspektiven für Bauern und ländlichen Raum

Unter dem Titel „Landwirtschaft hat Zukunft“ diskutierten zahlreiche Gäste über die Zukunft der heimischen Landwirtschaft. Gastgeber Daniel Göggerle, Vorsitzender der CDU Stödtlen und selbst Landwirt, machte gleich zu Beginn deutlich, wo der Schuh drückt: „Die Bürokratie ist erdrückend. Wir brauchen wieder mehr Zutrauen in unsere Landwirte. Wir sind hoch ausgebildet und arbeiteten verantwortungsvoll.“ Was fehle, sei oft das politische Vertrauen.

Daniel Göggerle und Winfried Mack bedanken sich bei Norbert LinsDaniel Göggerle und Winfried Mack bedanken sich bei Norbert Lins

Der Landtagsabgeordnete Winfried Mack stellte sich klar hinter die Betriebe: „Unsere Landwirtschaft ist leistungsfähig, innovativ und unverzichtbar für unsere Versorgungssicherheit.“ Und weiter: „Wir als CDU stehen fest an der Seite der Bauern. Ernährungssicherheit muss als Staatsziel in Baden-Württemberg verankert werden.“

Im Mittelpunkt stand der Europaabgeordnete Norbert Lins, stellvertretender Vorsitzender des Agrarausschusses im Europäischen Parlament sowie Berichterstatter und Verhandlungsführer für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028. „Die wichtigste Aufgabe ist es, das GAP-Budget von rund 400 Milliarden Euro zu sichern und nach Möglichkeit zu steigern“, betonte Lins. Die Hektarprämie bleibe zentral, ebenso Tierwohl- und Klimaprämien. Auch Programme wie LEADER zur Stärkung des ländlichen Raums müssten erhalten bleiben.

Entscheidend sei die Balance zwischen europäischen Vorgaben und nationalen Spielräumen. „Unsere Betriebe müssen wettbewerbsfähig bleiben. Nur wenn die Wirtschaft läuft, können wir Naturschutz und einen starken ländlichen Raum sichern“, so Lins. Ernährungssicherheit und Wassersicherheit hätten für ihn oberste Priorität in der EU.

Zum Mercosur-Abkommen erklärte Lins, es gebe klare Quoten im Agrarbereich sowie zwei Schutzklauseln: „Wenn die Preise um fünf Prozent sinken oder die Importe um fünf Prozent steigen, kann die EU eingreifen.“ Hormonbehandeltes Fleisch bleibe verboten und werde streng kontrolliert. Mit Blick auf Kanada verwies er darauf, dass dort vereinbarte Quoten nie ausgeschöpft worden seien, da die Qualitätskriterien nicht erfüllt würden. Die Milchbranche sehe Mercosur als Chance und auch Schweinefleisch sei stark exportabhängig.

Weitere Themen waren die Wiederzulassung von Pflanzenschutzmitteln, neue Regelungen etwa bei Biber und Saatkrähe sowie die Bedeutung alternativer Absatzmärkte wie Bioethanol. Die CDU habe die Einführung von E20-Kraftstoff beschlossen, was Zuckerrübenbauern entlasten könne.

Kritik übte Lins an der damaligen Amtsführung von Cem Özdemir, der immer strengere Kontrollen und Berichtspflichten von konventionellen Landwirten auch über die EU eingefordert hatte. Das betonte auch Winfried Mack: „Es darf nicht sein, dass Landwirte durch immer strengere Kontrollen zum Aufgeben gedrängt werden.“

Die Veranstaltung zeigte: Landwirtschaft und Naturschutz sind keine Gegensätze. „Sie ergänzen sich“, betonte Lins. Der offene Austausch wurde von den Teilnehmern als starkes Signal für eine zukunftsfähige Landwirtschaft gewertet.