Waldgespräch

Winfried Mack informierte sich bei ForstBW über den Ostalb-Wald

Corona hat es noch deutlicher gezeigt: Der Wald ist nicht nur wichtig für Biodiversität, Naturschutz und als Holzlieferant, der Wald ist unser Erholungsgebiet direkt vor der Haustür.

Beim Waldgespräch des Landtagsabgeordneten Winfried Mack mit Max Reger, dem Vorstandsvorsitzenden von ForstBW, Dr. Hans Untheim, dem Leiter des Forstbezirks Östliche Alb und Armin Pfeuffer, dem Leiter des Forstreviers Röthardt, kamen die vielen Aufgaben des Waldes und damit auch der Försterinnen und Förster zur Sprache.

Der Wald als Naherholungsgebiet

„In den letzten Monaten waren so viele Menschen wie noch nie im Wald unterwegs. Teils war mehr los, als auf der Königsstraße in Stuttgart.“, berichtete Max Reger zur aktuellen Corona-Situation. Winfried Mack konnte hier nur bekräftigen, dass durch die Konsumkritik und das Besinnen, was wirklich wichtig sei, auch der Wald wieder in den Fokus rücke.

Schwierig ist hier das Zusammentreffen der verschiedenen Waldnutzer. Wandern, Joggen, Radfahren, Mountainbiken oder Spazieren – jeder möchte Platz und Ruhe für seine Zeit im Wald. „Ich finde es immer toll, wenn die Menschen von ihrem Wald reden.“, betonte Förster Armin Pfeuffer. Aber gerade das illegale Anlegen von Mountainbike-Trails schade dem Wald und seinen Bewohnern. „Wir sind hier in Gesprächen mit den Mountainbike-Verbänden und sind auch bereit Trails anzulegen. Diese dürfen aber nicht durch die besonders geschützten Waldrefugien führen.“, ergänzte Pfeuffer.

Auch zwischen den Waldbesuchern und den Waldarbeitern kommt es zu Spannungen, denn „große Waldmaschinen passen einfach nicht zur Waldromantik und der Suche nach Ruhe.“ Hier müsse man noch besser erklären, dass nachhaltige Forstwirtschaft betrieben und für jeden abgeholzten Baum auch ein neuer gepflanzt werde, betonte Max Reger. „Wir arbeiten in einem Schaufenster und können und wollen unsere Arbeit nicht verstecken.“ bekräftigte Dr. Hans Untheim.

 

Der Wald im Umbau

Borkenkäfer, Trockenheit, Stürme und der Klimawandel. Viele Faktoren entscheiden, wie es unserem Wald gerade geht. Eine wichtige Aufgabe der Försterinnen und Förster ist es daher den Wald fit für eine ökologische, aber auch ertragsreiche Zukunft zu machen. Die Fichte als „Brotbaum“ wächst bereits seit drei bis vier Generationen auf der Ostalb, zuvor war die Region von reinen Buchenwäldern geprägt. „Der Waldumbau hat bereits begonnen“, bestätigte Dr. Untheim und Armin Pfeuffer fügte hinzu: „Bis ich in Rente gehe, möchte ich eine gute Durchmischung von mindestens sieben Baumarten erreicht haben.“

Mit ihrer Gesamtkonzeption Waldnaturschutz hat ForstBW zehn Ziele erarbeitet, die mit Alt- und Totholzkonzepten, Waldrefugien, oder auch vernetzten Biotopen erreicht werden sollen. „Nachhaltigkeit wurde in der Forstwirtschaft erfunden.“, freute sich der Abgeordnete.

 

Der Wald als Holzlieferant

Das Bermuda-Dreieck des Holzes, Ostwürttemberg, hat mit sehr großen Sägewerken beste Voraussetzungen für die Holzvermarktung. Hier hakte Winfried Mack mit der Bitte ein, auch die kleinen Sägewerke nicht zu vergessen. Max Reger erklärte, in welchen Bereichen Holz als Baumaterial eingesetzt werden könne. Spannend war beispielsweise die Untermischung bei Asphalt, um Nässe zu binden und die Straße leiser zu machen. „Holz ist der einzige nachwachsende, ökologische Baustoff, den wir in Deutschland haben.“, so Reger. Mack verwies dabei auf die Holzbau-Offensive des Landes.

 

Der Wald als Arbeitsplatz

ForstBW bildet derzeit 100 Forstwirtinnen und Forstwirte aus, deutlich über dem eigenen Bedarf. „Unsere Auszubildenden sind nach ihrem Abschluss sehr begehrt, daher ist es wichtig, dass unsere qualitativ hochwertige Ausbildung in diesem Umfang bestehen bleibt.“, bekräftigte Ausbildungsmeisterin Sigrun Wannemacher, die mit zwei Auszubildenden die Wertastung auf 10 Metern an Douglasien vorführte. Winfried Mack ließ es sich nicht nehmen, die Douglasie ebenfalls mit einem Distel-Leiter-System zu besteigen.

 

Der Wald als Klassenzimmer

Start und Ziel des Waldspaziergangs war das Waldklassenzimmer mitten im Wald bei Aalen-Waldhausen. Dieses Klassenzimmer besuchen jedes Jahr 1400 bis 1600 Kindergartenkinder und Schüler.
Das liebevoll unter freiem Himmel gestaltete „Klassenzimmer“ könne immer besucht werden. Mit Infotafeln lasse sich auch ohne Experten viel entdecken. „Unsere Zielgruppe bei der Waldpädagogik sind aber nicht nur die Kinder, auch für Erwachsene wird es Kurse geben.“, erklärte Hans Untheim das Konzept.

Zum Abschluss bedankte sich Winfried Mack für den nicht nur informativen, sondern auch entschleunigenden Spaziergang durch den Wald. „Hier erlebt man eine ganz andere Ruhe und wenn alle Besucherinnen und Besucher aufeinander Rücksicht nehmen, ist der Wald der perfekte Ort für eine Auszeit.“

 

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